Balkonkraftwerk-Ertragsrechner: Ertrag und Ersparnis
Berechne eine realistische Jahresbandbreite aus Modulleistung, Standortwert, Ausrichtung, Schatten und Eigenverbrauch. Deine Eingaben bleiben auf diesem Gerät.
Dein möglicher Balkonkraftwerk-Ertrag
Der Rechner liefert eine Orientierung, keine Ertragsgarantie. Für den Standortwert kannst du einen passenden Wert aus PVGIS übernehmen oder mit 950 kWh pro kWp und Jahr als neutralem Startwert rechnen.
So rechnet die Planungshilfe
Ertrag ist nicht Ersparnis
Nur Strom, den dein Haushalt direkt oder nach einer Speicherung selbst verbraucht, ersetzt Netzstrom zum eingetragenen Arbeitspreis. Überschuss, den du ohne Vergütung ins Netz einspeist, wird in der Ersparnis nicht mit dem Haushaltsstrompreis bewertet.
Deshalb multipliziert der Rechner den geschätzten Ertrag mit deinem Eigenverbrauchsanteil. Dieser Anteil hängt von Grundlast, Anwesenheit, zeitgesteuerten Geräten und einem eventuell vorhandenen Speicher ab.
Amortisation ist bewusst einfach
Gesamtkosten geteilt durch jährliche Ersparnis ergibt eine einfache rechnerische Amortisationszeit. Finanzierung, Wartung, Alterung, Reparaturen, Strompreisänderungen und entgangene Verzinsung sind darin nicht enthalten.
Nutze das Ergebnis zum Vergleichen von Varianten, nicht als festes Versprechen. Schon eine andere Verschattung oder ein niedrigerer Eigenverbrauch verändert die Laufzeit deutlich.
Den Standortertrag genauer bestimmen
Der kostenlose Photovoltaic Geographical Information System Rechner der Europäischen Kommission – kurz PVGIS – berücksichtigt Standort, Ausrichtung, Neigung und langjährige Einstrahlungsdaten. Für eine genauere Planung kannst du dort deine Position und Modulfläche eingeben und den Jahresertrag auf eine Leistung von 1 kWp beziehen.
Wenn dein PVGIS-Wert die tatsächliche Ausrichtung und Neigung bereits vollständig berücksichtigt, wähle im Solarnerd-Rechner die beste Ausrichtungsstufe als neutralen Faktor und trage den PVGIS-Wert direkt ein. So vermeidest du, dieselbe Abweichung doppelt abzuziehen.
Was der Rechner nicht exakt vorhersagen kann
Wechselndes Wetter
Ein Jahreswert basiert auf langjährigen Bedingungen. Ein besonders sonniges oder wolkiges Jahr kann davon sichtbar abweichen. Deshalb zeigt der Rechner zusätzlich eine Spanne von ±15 Prozent.
Begrenzung auf 800 VA
Bei großer Modulfläche kann der Wechselrichter Leistungsspitzen begrenzen. Wie oft das geschieht, hängt von Ausrichtung und Wetter ab. Die vereinfachte Rechnung bildet diese Stunden nicht einzeln ab.
Teilverschattung
Ein Geländerstab oder Blatt kann je nach Modulverschaltung mehr bewirken als sein Flächenanteil vermuten lässt. Beobachte den Standort über den Tages- und Jahresverlauf.
Temperatur und Alterung
Heiße Module liefern weniger Leistung als unter den Nennbedingungen. Langfristige Alterung verändert den Ertrag ebenfalls, wird in der einfachen Jahresrechnung aber nicht modelliert.
Speicherverluste
Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, verursacht aber Lade-, Entlade- und Standby-Verluste. Ein höherer Eigenverbrauchsanteil ist daher nicht gleichbedeutend mit verlustfreier Nutzung.
Dein Lastprofil
Jahresverbrauch allein reicht nicht. Entscheidend ist, welche Geräte genau dann laufen, wenn die Anlage Strom erzeugt, und wie viel Verbrauch in den Abend verschoben wird.
Vier Stellschrauben für mehr nutzbaren Ertrag
1. Schatten zuerst vermeiden
Eine bessere Position kann mehr bringen als zusätzliche Nennleistung am dauerhaft verschatteten Ort. Prüfe Geländer, Dachkante, Bäume und Nachbarbalkone zu verschiedenen Uhrzeiten.
2. Verbrauch in Sonnenstunden legen
Spülmaschine oder Waschmaschine können – soweit sicher und im Alltag passend – häufiger bei Solarertrag laufen. Dauerverbraucher wie Router und Kühlschrank bilden eine natürliche Grundlast.
3. Ost und West bewusst nutzen
Eine reine Südausrichtung maximiert häufig den Mittagsertrag. Ost-West kann die Erzeugung breiter über Morgen und Nachmittag verteilen und dadurch besser zum Verbrauch passen.
4. Speicher erst nach Messung wählen
Ein Akku hilft nur bei regelmäßigem Überschuss und späterem Verbrauch. Der Ratgeber Speicher nachrüsten zeigt, wie Anschlussart und Kapazität geprüft werden.
Warum der Rechner bei 960 und 2.000 Wp einen Hinweis zeigt
Für die vereinfachte Steckersolar-Kategorie sind bis zu 2.000 Wp Modulleistung und zusammen bis zu 800 VA Wechselrichterleistung vorgesehen. Die aktuelle Produktnorm nennt für einen Haushaltsstecker unter ihren weiteren Bedingungen höchstens 960 Wp. Größere Modulflächen bis 2.000 Wp sind dort mit einer speziellen Energiesteckvorrichtung abgedeckt.
Die Berechnung prüft weder dein konkretes Gerät noch den Stromkreis. Die vollständige Einordnung steht unter Balkonkraftwerk: maximale Leistung 2026.
Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk-Ertrag
Wie viel erzeugt ein 800-W-Balkonkraftwerk im Jahr?
Ohne Standort, Ausrichtung und Schatten gibt es keinen belastbaren Einzelwert. Bei 800 Wp und einem Standortertrag von 950 kWh/kWp wären vor weiteren Abschlägen rechnerisch 760 kWh pro Jahr möglich.
Warum ist der Eigenverbrauch so wichtig?
Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Netzbezug. Eingespeister Überschuss spart dir ohne entsprechende Vergütung nicht denselben Haushaltsstrompreis. Ertrag und finanzielle Ersparnis sind deshalb zwei verschiedene Ergebnisse.
Macht ein Speicher den Ertrag größer?
Er erzeugt keinen zusätzlichen Solarstrom. Er kann einen größeren Anteil des vorhandenen Ertrags in spätere Verbrauchszeiten verschieben, verursacht dabei aber eigene Verluste.
Ist die berechnete Amortisation garantiert?
Nein. Sie ist eine einfache Vergleichsgröße auf Basis deiner Eingaben. Wetter, Nutzung, Alterung, Reparaturen und künftige Strompreise können das Ergebnis verändern.
Quellen und Rechenstand
Stand: 15. August 2026. Die Rechenmethode ist bewusst nachvollziehbar und zeigt keine Scheingenauigkeit. Für standortbezogene Einstrahlungsdaten verweisen wir auf PVGIS; für die Leistungsgrenzen auf Bundesnetzagentur und VDE.